So geht Military Look für Herren richtig

Stillgestanden. Aufmerksamkeit auf uns und zugehört. Das Militär inspiriert schon seit langer Zeit die Männermode. Viele vom Militär stammende Klamotten haben bereits unsere Kleiderschränke infiltriert. T-Shirts mit Rundhalsausschnitt, Cabanjacken, Trenchcoats, haben schon einen Weg in unsere Garderobe gefunden und es gibt derzeit keine Anzeichen auf einen bevorstehenden Rückzug.

Und das auch aus einem guten Grund. Das Militär und die Mode sind häufig voneinander abhängig gewesen. Schon vor Jahrhunderten, als militärische Uniformen designt wurden, wurde ein Großteil der Schnitte von den damals aktuellen Trends beeinflusst. Im Gegenzug dazu folgten die militärischen Adaptionen dieser Inspiration auf den Laufstegen der Modemetropolen wie New York oder Paris.

Auch Yves Saint Laurent ließ sich von amerikanischen Läden inspirieren, die nach dem Krieg überschüssige Militärbekleidung verschärbelten und entwickelte daraus die Cabanjacke, auch Peacoat genannt. So verwandelte sich der Look in französischen Chic.

Grund für die Beliebtheit der militärisch angehauchten Mode gibt schon die zeitlose, funktionale und scharfe Natur der Kleidungsstücke, die an Männer appelliert. Vielleicht ist es auch eine unterbewusste Assoziation mit Heldentum. Sicher ist jedenfalls, dass nur sehr schwer etwas mit diesen Kleidungsstücken schiefgehen kann. Ein Grund mehr, die militärischen Kleidungsstücke in unsere Wintergarderobe einmarschieren zu lassen.

Bekleidung:

Der Trenchcoat

Auch wenn es nicht ganz sicher ist, ob nun Burberry oder Aquascutum den Trenchcoat als erstes entworfen haben, so ist es glasklar, dass Burberry für die weitere Entwicklung des Mantels wegweisend war und immer noch ist.

Thomas Burberry wurde vom Kriegsrat beauftragt, der für die Männer an der Front während des Ersten Weltkriegs geeignet ist. Daraufhin entstand der Trenchcoat so wie wir ihn heute kennen, nützlich weil er ebenso für morastige Gräben als auch für das miserable Wetter in Großbritannien geeignet ist. Eigentlich ist er nicht nur ein Herbst- oder Wintertrend, sondern durch die unterschiedlichen Variationen das ganze Jahr über tauglich. Kurz gesagt, mit einem Trenchcoat kannst du niemals falsch liegen.

Die Bomberjacke

Auch die Bomberjacke war zuerst ein wichtiges Kleidungsstück für die Armee, bevor es zweckentfremdet und von der Mainstream-Kultur übernommen wurde. Das U.S. Army’s Aviation Clothing Board entwickelte die Bomberjacke aus dickem Leder und fettem Futter, damit Piloten es in ihrem Cockpit so warm wie möglich hatten. Denn auch mit sogenannten Pilotenjacke war es oben in der Luft in einem kleinen, wackeligen Cockpit ebenso wahrscheinlich zu erfrieren, wie getroffen zu werden. Mit einem riesigen Verschleiß an Schafswolle waren es die Briten, die den Shearling Trend in Gang setzten. Aber es waren wiederum die Amerikaner, die den heute noch bekannten und angesagten Bomberjacken Stil entwickelten. Beispielmodell ist die A2, häufig aus Satin oder Leder produziert.

Die Bomberjacke ist diese Saison wieder eines der aktuellsten Trendteile, sogar in abgewandelten Varianten aus weichem Samt.

Die Cabanjacke

Auch hier ist die Entstehungsgeschichte eher trübe. Vermutlich liegen die Wurzeln im 19. Jahrhundert und bei den nautischen Einflüssen der Marinebekleidung. Nach dem Zweiten Weltkrieg fand die Cabanjacke dann ihren Weg in die Männermode. Künstler und Studenten kauften die günstige Überschussware nach Kriegsende, so dass es nicht lange dauerte bis daraus ein Trend entstand. Durch die Verbindung zur Navy ist auch die Cabanjacke traditionell blau ist, eine der vielseitigsten und zeitlosesten Farben. Beim Kauf einer Cabanjacke sollte man auf den Anteil an Wolle achten, je höher dieser ist, desto wärmer hält sie letzten Endes. Zwar sollte der Anteil mindestens 85% betragen, allerdings steigt damit dann auch der Preis.   

Moderegeln:

All Green

Auch wenn ein typisch militärisches Kleidungsstück deinem Stil nicht entspricht, so kannst du dir zumindest den farblichen Aspekt für diese Jahreszeit zu Nutze machen. So ziemlich alle Grüntöne liegen diese Saison im Trend, angefangen beim prominenten Khaki. Passend zum Ton-in-Ton Trend kannst du Tops in hellen Grüntönen zu dunkelgrünen Hosen kombinieren und mit einem Paar brauner, herber Lederstiefel den Look auf den Punkt bringen.

Ein Auge fürs Detail

Militärische Kleidung konnte ganz schön viele Details haben, die allerdings einen Zweck erfüllten. Epauletten beispielsweise waren da, um Handschuhe oder Mützen zu halten, Riemen am Gürtel wurde ursprünglich benutzt um Waffen wie Granaten aufzubewahren. Achte bei Details immer auf ihre Funktionen und denk daran, dass zu viele Details ein Kleidungsstück casual aussehen lassen können. Aquascutum Trenchcoats sind zum Beispiel klassischerweise sehr zurückgezogen, weshalb sie besonders gut zu formellen Anzügen passen.

Mit den Füßen am Boden bleiben

Springerstiefel könnten gar nicht besser zu den matschigen Wintermonaten passen. Aber mit ihnen kann der militärische Look auch schnell übertrieben aussehen, Springerstiefel zu Bomberjacke und Cargohosen lässt die Köpfe schnell in die falsche Richtung drehen. Deswegen ist es wichtig, mit der Kombination eher etwas vorsichtiger zu sein. Greife lieber zu beigen Chinos, weißen Shirts oder klassischen Hemden, dadurch wird der Look etwas gebrochen. Denn hier ist Subtilität dein Verbündeter.

Immer zeitlos bleiben

Dazu eignet sich eine praktische, funktionale Uhr. Armbanduhren wurden vor allem mit dem Ersten Weltkrieg beliebt, denn Taschenuhren eigneten sich nicht wirklich für die Zeit im Graben. Der Hersteller Bremont ist ein britischer High-End Designer, der seit langem Modelle für das Militär herstellt. Am anderen Ende des Preissegments bietet sich die günstigere Alternative von khakifarbenen Nato Uhren, die einen schroffen Hauch von Männlichkeit mit in dein Outfit bringt.     

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